"Odeonsplatz. Der Aufstieg eines Unbekannten"

"In allen Dingen, alle Zeit kommt es auf den Ursprung an. Der erste Keim wirkt fort durch das ganze Wachstum, sei es bewußt oder unbewußt" lehrte der große Historiker Leopold von Ranke. Der Titel "Odeonsplatz" leitet sich ab von dem schönen Münchner Areal, welches in Adolf Hitlers Leben eine zentrale Rolle einnahm. Am 2. August 1914 stand er dort und lauschte als junger und unbekannter Namenloser der Verkündigung der deutschen Mobilmachung. Im November 1923 scheiterte an der gleichen Stelle, vor der Feldherrnhalle, sein Putschversuch gegen die Regierung der Republik von Weimar. Mitten in der Agonie des Reiches, am 30. April 1945, exakt um 15 Uhr 30, jener Stunde, da Hitler seinem Leben im Bunker in der Reichshauptstadt selbst ein Ende setzte, nahm die US-Armee den Odeonsplatz in München ein Hitlers Lebenskreis hatte sich geschlossen. Vom Odeonsplatz war alles ausgegangen.

Niemand hätte an jenem verhängnisvollen Augusttage 1914 auch nur im Entferntesten geahnt, daß dieser nur kurz zuvor von Wien nach München gekommene, mittellose junge Österreicher nur wenige Jahre später zum Führer einer schon bald nach Hunderttausenden zählenden Massenbewegung aufsteigen, als einer der Nachfolger Bismarcks zum Reichskanzler des Deutschen Reiches ernannt und schließlich zum Bewegungszentrum Europas, ja der ganzen Welt emporsteigen würde. Nichts hatte ihn für diese Rolle prädestiniert, keine Herkunft, kein Vermögen, keine Schulbildung, kein Beruf. Als Hitler in die Politik eintrat war er bereits 30 Jahre alt, hatte keine Familie, keine engeren Freunde und kaum eine Aussicht auf Karriere, welcher Art sie auch sei. Sein kometenhafter Aufstieg aus dem Nichts, vom "armen Teufel zum Herrn über Deutschland", wird akribisch nachgezeichnet. Entstanden ist mit dem vorliegenden Buch eine sachliche und differenzierte Lebensgeschichte Hitlers, die Schilderung seines Wesens und Werdens bis in das Jahr 1935, ein packendes Zeitdokument und ein Rankenwerk über unsere noch immer unbewältigte Vergangenheit.

Bräuningers Arbeit zeigt den Lesern im faustischen Sinne den Menschen Adolf Hitler, mit all seinen für die Deutschen der damaligen Zeit bestechenden Vorzügen, aber auch mit seinen Fehlern, Irrtümern und Verbrechen, ganz im Sinne des Diktums Thomas Manns "Der Bursche ist eine Katastrophe; das ist kein Grund, ihn als Charakter und Schicksal nicht interessant zu finden".
geb., 260 S.
Universitas Verlag
ISBN 3-800414-98-8
€ 22,00


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